Die lateinische Regel, auch bekannt als „Verhaltensregeln für den Templerorden“, ist ein Dokument, das alle Aspekte des Lebens der Ordensmitglieder regelt. Sie legt auch detailliert fest, was in der Kleidung erlaubt und was verboten ist.
Während die Ritter weiße Mäntel trugen, waren die Sergeanten schwarz. Im 12. Jahrhundert wurde den Gewändern ein rotes Kreuz hinzugefügt. Ein Tuchhändler verteilte die Gewänder an die Templer.
Die lateinische Regel gibt weitere Auskunft über die Kleiderordnung der Tempelritter. Der erste Grundsatz besagt, dass alle „Brüder“ eine einheitliche Farbe tragen sollten, sowohl als Uniform als auch als religiöse Kleidung. Die Farbe war vorzugsweise Weiß, da sie für Reinheit steht, nicht nur des Herzens, sondern auch des Körpers, denn jeder, der Weiß trug, legte ein Keuschheitsgelübde ab. Jedes Mitglied, das den Tempelrittern beitrat, galt als dem Leben in der Dunkelheit entsagt und endgültig mit seinem Schöpfer vereint. Obwohl verheiratete Männer dem Orden beitreten durften, war es ihnen nicht gestattet, Weiß zu tragen, da sie das Gelübde nicht abgelegt hatten. Die Mäntel der Tempelritter durften jedoch kein Zeichen von Stolz oder Reichtum erkennen lassen. Decken waren nur erlaubt, wenn sie aus Lamm- oder Schafwolle gefertigt waren. Alle Mitglieder des Ordens mussten sich gleich kleiden, und der Ordensgewanderer war für die Verteilung perfekt sitzender Kleidung verantwortlich. Darüber hinaus wurde jedes Mitglied bestraft, das Stolz auf sein Äußeres zeigte.
Außerdem mussten alle Mitglieder ihren alten Mantel zurücksenden, der dann an Bedürftige verteilt werden sollte, sobald sie den neuen erhalten hatten. Ein Leinenhemd war jedoch aufgrund der Sommerhitze erlaubt. Die Regeln betrafen auch die Bettwäsche. Mitglieder durften nur eine Decke, eine Matratze und ein schmales Kissen besitzen. Beim Schlafen mussten die Ordensbrüder Schuhe, Hemd, Kniebundhosen und Gürtel tragen.
Tatsächlich enthielt die lateinische Regel auch Vorschriften bezüglich Schuhen. Sämtliche Schnürsenkel und vorgeschriebene Schuhe waren gänzlich verboten, da diese beiden Gegenstände üblicherweise von Heiden getragen wurden.

