Jubal und Tubal Kain – Ein Gedicht von Rudyard Kipling

Jubal und Tubal Kain

Von Rudyard Kipling

Jubal sang vom Zorn Gottes.
Und der Fluch von Distel und Dorn,
Aber Tubal besorgte ihm einen spitzen Stab.
Und durchkämmten die Erde nach Mais.
Alt – so alt wie jene frühe Gussform,
Jung wie das keimende Korn –
Jährliches Grün ist der Kampf zwischen

Jubal und Tubal Kain!

Jubal sang vom neu entdeckten Meer.
Und die Liebe, die ihre Wellen teilen:
Tubal aber höhlte einen umgestürzten Baum aus
Und gelangte auf die andere Seite.
Schwarz – schwarz wie das Trümmerfeld eines Hurrikans,
Salz als unterste Haupt

Bitter und kalt ist der Hass, den sie hegen –

Jubal und Tubal Kain!

Jubal sang von den goldenen Jahren.
Wenn Kriege und Wunden aufhören
Tubal aber fertigte die handgeworfenen Speere an.
Und er zeigte seinen Nachbarn Frieden.
Neu – so neu wie die Neun-Punkt-Zwei,
Älter als der von Lamech Erschlagene
Brüllend und laut ist die erklärte Fehde, „zwischen

Jubal und Tubal Kain!

Jubal sang von den Klippen, die den Blick auf die Küste freigeben.
Und die Gipfel, die niemand besteigen darf
Doch Tubal kletterte über Vorsprung und Narbe hinauf.
Und dort baute er eine Stadt.
Hoch – so hoch wie die Schneeschutzdächer liegen,
Niedrig, da die Durchlässe entwässern
Wo immer sie auch sind, sie können sich nie einigen.

Jubal und Tubal Kain!

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